outofnippon


Bergamotte
Mai 2, 2008, 7:20
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In leeren Häusern oder auf dem freien Feld colorieren wir unsere Hemmungen. Manchen gelingt es besser als anderen und jeder ist auf seine Art und Weise zufrieden/glücklich/traurig. Warum auch nicht?

Wichtig sind doch Gesichter, die im Gedächtnis bleiben und die Stimmen…

Am Ende klappt es dann auch mit dem Augengeklimper.

DonnaDonna

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Ein düsterer Vogel klappert noch aus der fernen Eiszeit dann und wann mit dem Schnabel. Sein Atem macht mich frösteln, doch gleichzeitig ist es auch der Rauch des Lagerfeuers an dem ich mich so oft gewärmt habe. ganz ohne geht wohl doch nicht.

we carry on that nylon smile



Über die Gemengelage der Gefühle
Februar 27, 2008, 5:49
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und andere Absonderlichkeiten fällt es mir in letzter Zeit schwer zu schreiben.

Ich tauge wohl doch nur für Schwarzschreiberei. Was bleibt ist die Hoffnung, dass bald alles wieder schlimmer wird. Dann kann hier munter weiter lamentiert werden, derweil das Herz verkohlt und die Wände näherrücken. Bis dahin…

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Zeitschleife
Dezember 31, 2007, 1:55
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Etwas hinterlässt der Mensch auch wenn es nichts ist. Ein Fussabdruck in der Schneelandschaft meiner Wohnung. In den Federkissen lauter Druckstellen, Asche im Eierbecher, Leere im Kühlschrank. Meine Seele hat auch schon Dellen. Flüchtiges, in sich Seltsames, frisch gezeugte Erinnerungen, Traumlandschaften.

Ich lebte im Jahr der Wiedergänger. Untotbar fahren sie durch mich oder doch eher in mich? Komprimiert aus der Vergangenheit auf den Gabentisch. Ohne Verpackung, roh und zuckend. Und drauf bin ich auch wieder. In der frischen Nachtluft, wenn sogar schon das kalte Licht der Plasmabildschirme in den Fenster erloschen ist, laufe ich mit zwei Geistern an der Hand die dunkle Straße entlang. Meine Liebe gehört euch. Die glühenden Augen durfte ich nicht nehmen auch die depressive Liebe nicht. Jedem das Seine, nicht wahr? Wir verstehen uns.

Es gibt immer etwas, was uns nie verlassen wird. Erinnerungen hören nie auf. Ganz im Gegensatz zu Träumen. Erinnerungen bilden die Welt in der wir laufen aber die Spur der Hände ist nur für mich zu finden. Wohlfeil ausgelegt, verschlungen, nur dass am Ende keine Falle wartet, in der sich der schwarze Fuchs die Pfote abnagt. Manchmal beisse ich mir selbst bis auf die Knochen, nur um zu merken, dass ich keinen Schmerz spüre und kein Fangeisen mir das Zahnfleisch verätzt. Ich bin unverwundbar in der Welt der Halbschatten. Auch wenn es nicht so scheint: ich sehe das ganz klar.

Ich warte nur noch darauf, dass sich Gottes Berg erhebt und sanft nach Norden schwebt. Das Jahr ist ja noch nicht vorbei. Alles scheint möglich.

Mein Gruß geht nach Fujikawaguchi, Friedenau und Lichtenberg

Radiohead

Fink

Ra Ra Riot

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Trend
Dezember 18, 2007, 7:27
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Versöhnung liegt im Trend dieser Tage. Und ich söhne mich um die Wette mit allerlei aus. Auch mit dem kleinen Phantomschmerz, den der Brandbeschleuniger Melancholie mir hinterliess.

Und den Spinnenweben die hier im Netz hängen.

Sprachlosigkeit kann manchmal auch seinen Charme haben.

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listen !!



Kein Hilferuf
November 15, 2007, 1:16
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Draussen strahlt die Sonne, das Wetter hüllt sich in Schweigen und geniesst - trotzdem. Ich muß raus. Hier findet gerade die Eiszeit statt. Selbstzweifel fressen an mir, wie die Ratten am Taubenkadaver.

Arbeiten geht kaum noch. Umso besser, dass jetzt von außen der Zwang kommt. Loszugehen und zu funktionieren. Einfach Zahlen hin und her schieben. Abschalten mal länger als die Stunde Kung Fu oder Gitarre. Einfach platt arbeiten, erschöpft mit leeren Hirn nach Hause stolpern und sich dumpf im Spiegel betrachten. Die Stücke die man übt, vertiefen doch nur den Frust der immer wieder aufwallt.

Nur bittere Gefühle … überall. Stumme Autoagression, Fluchtgedanken, Agonie und was es noch für tolle Fremdwörter gibt, die eh kein Mensch versteht.

Zwischendurch in kostbaren Momentaufnahmen ist Glück hier, sind Menschen die mich anlachen, ja sogar strahlen und ich spiele meine Rolle gut. Eloquent, unterhaltsam, wilde Bilderbuchgeschichten die ich in endlosen Tapeten auf dem Küchentisch ausbreite, Gefühlsnapalmteppiche. Nein, es sind keine Rollen. Das bin ich aber dann bricht ein nächster Tag heran. Der Mensch ist nicht mehr da, läuft mit hochgezogenen Schultern im kalten Wind der Stadt entlang, leuchtet noch ein wenig, lacht sogar in sich hinein, wenn er an den letzten Abend, die letzte Nacht denkt, derweil ich in der gnadenlosen großen, leeren Wohnung kauere mit einem großen Kater von mir selbst. Und ich komme mir so fern und fremd vor. War ich das wirklich, woher nahm ich diese Energie und wo ist sie hin? Kann ich sie nicht mehr halten? Nicht länger als den Menschen in diesem Moment, wenn wir uns berühren und er mir Wärme gibt? Das bin ich auch - jetzt.

Deine Stimme ist jetzt noch so unmittelbar in meinem Ohr. Der Wunsch meine Hand auf Deinen Leib zu legen und dort den letzten Rest Wärme in mich aufzunehmen, der dort für mich noch vermeintlich reserviert ist. Ein widerlicher Vampir der nichts von sich selbst mehr hat. Mein Kühlschrank und ich sind uns in diesen Momenten sehr nah.

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Kann “man” in sich selbst verschwinden?
November 13, 2007, 10:34
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Sich ganz klein zusammenrollen, immer eine Drehung mehr als möglich. Ganz langsam, immer langsamer, bis aus dem völligen Stillstand eine eigene Bewegung wird. Die Welt um mich herum so schnell wird, dass ich sie nicht mehr wahrnehme. Auf der Straße stehen zu können und Autos donnern durch mich hindurch ohne mich zu berühren.

Möchte ich das?

Berührung war einmal, jetzt beschlägt in der Wohnung nur noch das Fenster, wenn ich ganz dicht davorstehe und vorsichtig ausprobiere wie Atem sich anfühlt. Ganz sanft ob es noch funktioniert. Und die Heizung macht merkwürdige Geräusche. Transparent, so wie mein Atem, fühle ich moch dort hinter der Scheibe.

Über den dunklen Hinterhof sehe ich in den hellen Küchenfenstern das Leben anderer Menschen, wie sie gebückt am Herd stehen und ins Telefon reden. Sie reden und reden und reden. Mir wird ganz schlecht davon.

Der Schnee liegt schon ganz dicht. Meine Füße werden ganz taub. Irgendwo muß es ja anfangen. Wie der Hüter der Verloren- und Verlogenheit, so fühle ich mich selbst. Kristalien und graublau. Dabei will ich doch das Gegenteil.



Neu roh tick
November 10, 2007, 6:31
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Da ist gerade wenig oder nichts, was mir hilft ein wenig Struktur in mein Leben wieder zu bekommen. Nein, im Gegenteil alles erodiert immer weiter. Und die große Sehnsucht wird davon nur noch immer mehr klargelegt. Offen und pulsierend, so als ob Monsieur Operateur mitten drinne vom Tisch gegangen ist, um seinen Urlaub anzutreten.

Die ständigen Narkotika machen mich schon ganz bedröppelt. Egal was ich mir über die Wunde klebe (Menschen, Alkohol, Bücher, Sport, Musik , Zeug) ist vergebens. Es verschwindet in diesem Schnitt und ich kann schon nicht einmal mehr den Schmerz klar sehen.

Ja, ja, Gottes schöner wilder Iltisgarten ist schon ein wunderliches Ding. Man läuft und läuft, den Stacheldraht als wohlfeile Richtschnur und verspritzt seine rostfarbene Blutspur so wie Brüderchen und Schwesterchen aber -verdammt nur- wo ist das Ziel? Klug ausgedacht von dem großen Meister und wer sich nicht selbst zugrunde richtet, an dem legt er dann eben noch selbst Hand an.

Immer dieses hinundher, rein in die Wunde, raus aus der Schlucht. Ein schön morbid-intimer Balanceakt, weil alles so intensiv wird, was jederzeit zerstört werden kann. Das was man haben kann, weist man von sich, nur nach dem scheinbar Unerreichbaren verzehrt man sich. Der Hunger der sich selber frisst. Immer schön Luft kauen.

Auf und zu und immer schön im persönlich-neutralem “man” schreiben! Dann passt es.

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Der Mensch als Fragezeichen
November 2, 2007, 7:58
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Schief und krum vor dem Spiegel aus Taubenglas. Ein paar Lindenblüten auf das Meer der Emotionen und schon sinken wir dankbar wieder unter die Oberfläche. Den Mund immer schön weit geöffnet. Damit auch alles an den rechten Platz fliesst, sich diese wohlige Kälte ausbreitet. Jetzt haben wir auch genügend gespielt und können zu unseren Nicht-Gefühlen stehen. Jeder für sich.

Nichts sagen, nichts sehen, nichts fühlen. Die Zeit vergeht irgendwie. Was bleibt ist:*?*

“Fight the robot” als Losung, die Der Hund auf dem Gehweg verstreut. Und mit traumwandlicher Sicherheit setzt man seinen linken Hacken genau rein. Die warmen Herbstblätter dämpfen das Geräusch und man rafft sie auf, bewirft verspielt ein paar vorbeistreunende Autos, lächelt verklärt in die dunklen Panoramafenster der Limousinen. Fremd ist man den Passagieren, auf angenehme Weise auch sich selbst und die Fahrt geht weiter abwärts.

Fatalismus und verlogene Verlorenheit ist in diesen Tagen ein schöner Trenchcoat, der nichts kaschiert. Ein altbekannter Film-Noir.

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Wie?
Oktober 9, 2007, 11:59
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Du sagst Vogel - Ich sehe den Wolf

Deins ist das Kaninchen - Ich trinke Blaumilch

Du verstehst nicht - völlige Wahrnehmungsblockade

Alles ist wahr was ich schreibe. Alles ist Lüge was ich rede und von meinem Körper fühle ich mich getäuscht. Ich denke links, torkel aber nach rechts. Gefangen in einem Spinnennetz der Widersprüchlich- und/oder Unmöglichkeiten. Jeder gegen jeden hier.

Doppeläugiger Dämon, der Du mich verwirrst. Gott ist in meine Finger geschlüpft und nun schlägt Feuer draus. Zwei Meter weit und ganz aus Weiß. Die Drahtbürste liegt schon bereit um die ganze Schlacke abzuruppeln. Willst Du? Bitte will doch!

Mein Herz ist voll mit 1000 Seelen alle reden durcheinander und irgendwie ist es mir egal.

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Sehr is a Leid
Oktober 5, 2007, 10:20
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Dann war es eben so. Der Alltag mit seiner grausamen Eintönigkeit hatte mich wieder. Ich verbiss mich in der Arbeit, ich ignorierte die grauen Wände, die Einsamkeit in meinen Wänden, die Stille, die sich wie Patina auf das Türschloß legte. Mir graute schon davor die Tür zu öffnen. Manchmal erschrak ich mich, wenn ich leise hustete, so ungewöhnlich war ein Geräusch in meiner Wohnung.

Nachts floh der Schlaf vor mir. Äußerlich ruhig und kontrolliert, tosten die Gedanken in mir. Je stiller es draußen wurde, umso lauter wurden die Geräusche des Gedankenmahlstromes. Ich ertappte mich beim Gedanken mir ein Loch in den Schädel zu bohren, damit dort etwas abfliessen konnte. Und es kam mir ganz natürlich vor!

Der Herbst kam.

Der erdige Geruch verschaffte mir wieder ein wenig Bodenständigkeit und als die Sonne mitspielte, fuhr ich einfach mit der Bahn, anstelle zur Arbeit, einfach nur weiter. Mit nichts als meiner Aktentasche, der Monatskarte, 96,50 € und dem Sekrätar-Schlüssel aus der Penison vom Meer. Am Endbahnhof angekommen regnete es. Auch hier war der Herbst. Das Meer war grau, nicht unfreundlich aber sehr für sich. Es duldete keine Menschen mehr an seinem Rand. Das merkte ich wohl. Wie fehl ich am Platz war, im Zombie-Gewand eines Werktätigen! Entfremdet dem, was die Essenz des Menschen war. Ein Robotnik. Unkaputtbar…und doch am Ende. Ich band mir die Schuhe auf. Die Krawatte legte ich säuberlich zusammengerollt unter einen Stein. Hilflose Gesten, die mich fast zum Lachen reizten.

In diesem Moment wollte ich nichts dringlicheres als dass mir jemand ein anderes Leben geben würde. Diese Sinnlosigkeit bar jeglicher Todessehnsucht hatte so etwas Kaltes, Klares, das mir ein Stück meiner Seele einfror. Ein Gefühl wie festgehakt, bei vollem Bewusstsein, immer die gleiche Bewegung machen zu müssen.

So konnte, durfte es nicht weiter gehen.

Dann wurde mit klar: das Gespinst der Lebenslüge gibt Struktur aber das Unglück frisst sich früher oder später doch durch. Am Ende platzt die Hülle auf und das Gift ergisst sich in das schwächste Gefäss und alles erodiert, impludiert oder bildet Metastasen.

Ich hatte es so satt. Aber einen Ausweg sah ich auch nicht. Vor mir rollte das Meer, hinter mir lag die vermüllte Stadt also lief ich einfach nach Westen so lange es eben ging, immer mit den Füssen im klammen Sand, immer weiter, die ganze Nacht.

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